
WISSENSWERTES ZUR REGION
Die östliche Obersteiermark – bestehend aus den Bezirken Leoben und Bruck-Mürzzuschlag – verbindet industrielle Stärke mit hoher Lebensqualität. Bedeutende Leitbetriebe, die Montanuniversität Leoben und die FH JOANNEUM Kapfenberg prägen die Region ebenso wie intakte Naturräume vom Erzberg bis Mariazell. Diese Mischung aus Innovation, Bildung und Natur macht sie zu einem vielfältigen Wirtschafts- und Lebensraum im Herzen der Steiermark.
Aktuelle Daten
Das Regionalmanagement blickt regelmäßig auf die wichtigsten Entwicklungen in Demografie, Wirtschaft und Arbeitsmarkt der östlichen Obersteiermark. Der aktuelle Regions-Cockpit-Bericht bündelt die Zahlen und Fakten und macht die Trends verständlich.
Kurzüberblick: Die östliche Obersteiermark steht 2025 vor gemischten Herausforderungen: Während sich Österreichs Wirtschaft nach dem Rückgang 2023 nur langsam erholt, zeigen sich in der Region stabile Entwicklungen mit einzelnen positiven Signalen.
Eine detailliere Ansicht sowie alle Daten finden Sie nachstehend zum Download.
EINE REGION STELLT SICH VOR
Dank der Eröffnung der Eisenbahnlinie von Graz nach Mürzzuschlag 1844 und dem späteren Ausbau nach Klagenfurt und Linz war die östliche Obersteiermark verkehrstechnisch früh gut erschlossen. Bis heute ist der öffentliche Verkehr innerregional gut ausgebaut. Dank Autobahn und Eisenbahn können die Städte Wien (samt Flughafen Schwechat), Graz, Linz und Klagenfurt rasch erreicht werden. Mit der Eröffnung des Semmering-Basistunnels wird sich die Reisezeit nach und aus Osten erheblich verringern.
Neben der Stahlindustrie im Mur- und Mürztal ist der Tourismus im nordöstlichen Teil gut entwickelt: Die Wallfahrtskirche Mariazell zieht jährlich rund 1 Million Pilger und der Luftkurort Aflenz eine Vielzahl an Erholungssuchenden an. Im Winter bietet die östliche Obersteiermark einige mittelgroße Familienskigebiete, darunter das Stuhleck oder der Präbichl.
Von großer und überregionaler Bedeutung ist die 1840 gegründete Montanuniversität Leoben: Sie gilt als eine der weltweit renommiertesten technischen Hochschulen und als eine der wichtigsten europäischen Ausbildungsstätten in ihren Fachbereichen, die von Rohstoffgewinnung über Werkstoffentwicklung bis hin zu Recycling reichen. Mit der FH JOANNEUM Kapfenberg verfügt die Region überdies über eine der besten Fachhochschulen Österreichs.
Zahlen, Daten & Fakten zur Bevölkerungsentwicklung
Die östliche Obersteiermark zählte mit Stichtag 1.1.2025 insgesamt 156.148 Einwohner*innen. Davon waren 49,1 % Männer und 50,9 % Frauen. Die Region umfasst die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag und Leoben; die wichtigsten Siedlungsräume liegen im Mur-Mürz-Tal, insbesondere rund um Leoben, Kapfenberg, Bruck an der Mur, Trofaiach und Mürzzuschlag. Mit 49 Einwohner*innen je km² ist die Bevölkerungsdichte weiterhin vergleichsweise gering. Von der Gesamtfläche von 3.210,4 km² werden nur rund 16 % als Dauersiedlungsraum genutzt; im steirischen Durchschnitt sind es 32 %.
Eine zentrale Herausforderung der Region bleibt die demografische Entwicklung. Die Einwohnerzahl ist in den vergangenen Jahren leicht zurückgegangen: von 158.478 Personen am 1.1.2023 auf 157.257 am 1.1.2024 und 156.148 am 1.1.2025. Gleichzeitig bleibt die Wanderungsbilanz positiv, während die natürliche Bevölkerungsentwicklung weiterhin negativ ausfällt. Dadurch steigt der Anteil älterer Menschen in der Region weiter an. Für das Jahr 2040 wird für die östliche Obersteiermark ein Anteil der 65-Jährigen und Älteren von 31,9 % prognostiziert; der Anteil der 20- bis 64-Jährigen wird laut WIBIS auf 52,6 % sinken.
Quelle: WIBIS Steiermark
Zahlen, Daten & Fakten zur Bildung
Die Wohnbevölkerung zwischen 25 und 64 Jahren in der östlichen Obersteiermark weist weiterhin ein hohes Bildungsniveau auf. Im Jahr 2023 verfügten 13,0 % über einen Abschluss einer Universität, Akademie oder Fachhochschule, 15,4 % über Matura, 15,4 % über einen Abschluss einer Fachschule ohne Matura, 40,3 % über einen Lehr- oder Meisterabschluss und 15,9 % maximal über einen Pflichtschulabschluss. Damit zeigt sich in der Region weiterhin eine starke fachlich-praktische Qualifikation der Bevölkerung.
Auch als Schul- und Ausbildungsstandort ist die Region gut aufgestellt: Im Schuljahr 2022/23 waren in den Bezirken Leoben und Bruck-Mürzzuschlag zusammen 16.842 Schüler*innen in 107 Schulen registriert. Im Bereich der dualen Ausbildung verzeichnete die östliche Obersteiermark im Jahr 2024 insgesamt 1.956 Lehrlinge sowie 445 Lehrbetriebe. Im Hochschulbereich prägen insbesondere die Montanuniversität Leoben und die FH JOANNEUM Kapfenberg das Bildungsprofil der Region und sichern eine hochwertige Ausbildung in ihren jeweiligen Fachbereichen.
Quelle: WIBIS Steiermark/ Landesstatistik Steiermark
Zahlen, Daten & Fakten zur Wirtschaft & Gründerwesen
Die östliche Obersteiermark ist weiterhin stark von Großbetrieben geprägt. Im Jahr 2024 arbeiteten 47,5 % der unselbstständig Beschäftigten in Betrieben mit 250 und mehr Beschäftigten; im steirischen Durchschnitt lag dieser Anteil bei 42,0 %. 21,3 % waren in Mittelbetrieben mit 50 bis 249 Beschäftigten tätig, 19,2 % in Kleinbetrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten und 12,1 % in Kleinstbetrieben mit weniger als 10 Beschäftigten. Zu den größten Industriebetrieben der Region zählen voestalpine BÖHLER Edelstahl, weitere Unternehmen des voestalpine-Konzerns, AT&S sowie Pankl Racing Systems.
Die Region verfügt zugleich über mehrere überregional bekannte Tourismusdestinationen. Besonders prägend sind der Semmeringpass mit seiner langen Tourismusgeschichte und die als UNESCO-Weltkulturerbe geführte Semmeringbahn. Auch Mariazell, Aflenz, Präbichl, Stuhleck, Peter Roseggers Waldheimat und der Naturpark Mürzer Oberland tragen zum touristischen Profil der Region bei. Dennoch spielt der Tourismus in der östlichen Obersteiermark im regionalwirtschaftlichen Vergleich weiterhin eine nachrangige Rolle.
Im Jahr 2024 wurden in der Region 834.174 Nächtigungen gezählt. Das entspricht einem Rückgang von 2,3 % gegenüber dem Vorjahr. 39,5 % der Nächtigungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland. Die Region ist weiterhin vorwiegend eine Sommerdestination; nur 38,4 % der Nächtigungen entfielen auf die Wintersaison 2023/2024. Die Auslastung der Beherbergungsbetriebe lag mit rund 26,1 % weiterhin deutlich unter dem steirischen Durchschnitt von 36,3 %.
Auch die Gründungsintensität bleibt vergleichsweise niedrig. Im Jahr 2024 wurden in der östlichen Obersteiermark 550 Unternehmen neu gegründet; die Gründungsintensität lag bei 3,5 Gründungen je 1.000 Einwohner*innen und damit unter dem steirischen Wert von 4,7.
Quelle: WIBIS Steiermark
Zahlen, Daten & Fakten zur Arbeit & Entlohnung
Durch den hohen Anteil an innovativen Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleistungsunternehmen, die Montanuniversität Leoben, mehrere Forschungs- und Kompetenzzentren sowie das hohe Lohnniveau bietet die östliche Obersteiermark weiterhin attraktive Arbeitsplätze. Die Region ist daher sowohl Ein- als auch Auspendelregion: Einerseits wird zwischen den beiden Bezirken gependelt, andererseits bestehen enge Arbeitsmarktverflechtungen mit dem Zentralraum Graz. Dank der guten Verkehrsanbindung sind auch Niederösterreich und Wien wichtige Pendelräume.
Im Jahr 2024 zählte die östliche Obersteiermark im Jahresdurchschnitt 59.692 unselbstständig Beschäftigte; das entspricht weiterhin einem Steiermark-Anteil von 11,1 %. Die Arbeitsplatzdichte lag bei 38,0 Arbeitsplätzen je 100 Einwohner*innen und damit unter dem steirischen Durchschnitt von 42,4. Die Wirtschaftsstruktur bleibt klar vom sekundären Sektor geprägt, in dem 43,1 % der unselbstständig Beschäftigten tätig waren. Im Dienstleistungssektor arbeiteten 55,9 % der Beschäftigten; in der Steiermark insgesamt lag dieser Anteil bei 68,7 %.
Auch am Arbeitsmarkt zeigt sich die Region vergleichsweise robust. Im Jahr 2024 lag die Arbeitslosenquote bei 5,5 % und damit unter dem steirischen Durchschnitt von 6,1 %. Im Jahresdurchschnitt waren 3.568 Personen beim AMS als arbeitslos vorgemerkt. Von ihnen verfügten 37,6 % über einen Lehrabschluss bzw. eine Meisterprüfung, 5,1 % über einen Fachschulabschluss und 8,6 % über eine Matura.
Beim Einkommen bleibt die östliche Obersteiermark steiermarkweit an der Spitze. Im Jahr 2023 betrug das monatliche Bruttomedianeinkommen 3.512 € und lag damit über dem steirischen Durchschnitt von 3.207 €. Das Bruttomedianeinkommen der Männer lag bei 4.104 €, jenes der Frauen bei 2.467 €. Diese Werte sind laut WIBIS nicht teilzeitbereinigt; ein Teil des Unterschieds hängt daher mit der höheren Teilzeitquote und der stärkeren Beschäftigung von Frauen in vergleichsweise niedriger entlohnten Dienstleistungsberufen zusammen.
Quelle: WIBIS Steiermark